Fortnite vs. PUBG – Battle Royale der Battle Royales

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Es kann nur einen geben. Diese Devise gilt nicht nur für den Highlander, sondern auch für zahlreiche Spielmodi nach dem King of the Hill-Prinzip. Aufwind erhielten solche Modi vor allem durch PUBG, doch gibt es mit dem Fortnite Spiel einen neuen King of the Hill?

Ärger nach Kehrtwende bei Fortnite Spiel

Ursprünglich sollte Fortnite einmal ein ganz anderes Spiel sein. Es war angekündigt als eine Art Mischung aus Rollenspiel, Basenbau, Strategie und Third-Person-Shooter. Und auch frühere Iterationen des Spiels legten genau dieses Gameplay nahe.

Dann erschien Player Unknown’s Battlegrounds und das einfache Survival-Gameplay sorgte auf Steam und Twitch für Furore. Die spannende Mischung aus Day Z und The Hunger Games wurde von der Community sehr positiv aufgenommen und es entstand ein Shooter, in dem Sniper und Rambos mit Bratpfannen sich um die Dominanz auf der Map stritten.
Wenn ein kleines Indie-Spiel dermaßen viel Umsatz generiert, ist es nur verständlich, dass auch andere Studios auf den Zug aufspringen wollen und gegebenenfalls auch etwas an ihrem Kerngameplay ändern.

Und genau so kam es dann auch im Falle von Epics Zombieverteidigung Fortnite. Inzwischen sind es zehn Millionen Spieler, die sich um den Platz des letzten Überlebenden streiten – und damit hat Fortnite auch PUBG ausgestochen, zumindest in der Spielerzahl.

Battlegrounds versteht den Fortnite Battle Royale als Kopie: Ist das gerechtfertigt?

Der Battle Royale bei Fortnite funktioniert ähnlich wie bei anderen Titeln auch. Spieler werden unbewaffnet ausgesetzt, müssen Rohstoffe, Items und Waffen sammeln und anschließend die Konkurrenz ausschalten oder zumindest überleben.
Frappierende Ähnlichkeiten zu PUBG:

  • Die Lobby, in der Spieler herumalbern
  • Der Airdrop der Spieler auf die Map
  • Die Inselmap an sich
  • Supply Drops
  • Das Battle Royale-Spielprinzip

Das liest sich natürlich erst einmal ziemlich verdammend, aber ganz so ähnlich spielen das Fortnite Spiel und PUBG sich dann doch nicht. Bereits auf den ersten Blick unterscheiden beide Games sich grafisch harsch, Fortnite übernimmt den frechen Comicstil auch ins Gameplay. Das ist schneller, spaßiger und schriller.

Außerdem legt Fortnite einen starken Fokus auf den Basenbau und den Abbau von Rohstoffen, dies sollte ja schließlich einmal den Kern des Fortnite Spiels ausmachen.

Free-to-Play untergräbt PUBGs Erfolg

Besonders ärgerlich für die Entwickler von PUBG ist natürlich der Kaufpreis beim Fortnite Spiel, denn der Titel ist Free-to-Play. Dem stehen 30,- Euro von Player Unknown’s Battlegrounds im Steam Store gegenüber.

Um profitabel zu sein, muss Fortnite also einen steten Strom an Spielern generieren, die bereit sind, mit Mikrotransaktionen Geld in Entwickler Epics Taschen zu spülen. Doch nicht nur die Preisschwelle dürfte viele Spieler eher zu Fortnite locken, PUBG befindet sich noch im Early Access und Fortnite ist bereits auf der PS4 spielbar.

Die Spielerzahl von Fortnite ist seit der Einführung des Battle Royale förmlich explodiert. Das könnte aber auch am sanfteren Einstieg, der leichter zu meisternden Lernkurve und dem Fokus auf Action liegen. PUBG ist schwer zu meistern und oft verzweifeln Spieler daran, woran sie gestorben sind und welche Fehler sie in Zukunft vermeiden sollen. Fortnite ist da zugänglicher, lockerer und setzt mehr auf schnelle Action.

Trotz der Ähnlichkeiten im Spielmodus gibt es also noch genügend Unterschiede, nicht jeder PUBG-Fan wird den Fortnite-Modus mögen – und umgekehrt. Die Lücke zwischen beiden Games ist ähnlich klaffend wie zwischen ArmA und Counterstrike.

Die Kopie einer Kopie einer Kopie einer Kopie – Und Spaß macht es trotzdem

Natürlich ist verständlich, dass Entwickler und Community von PUBG Fortnite Battle Royale als Klon oder Abklatsch betrachten. Fakt ist aber, dass auch Battelgrounds den Battle Royale nicht erfunden hat und auch Spiele wie The Culling auf ähnliches Gameplay setzen.

Die Frage zwischen Original und Kopie sollte sich also eigentlich gar nicht stellen und ähnliches Gezeter kennen Gamer auch vom jährlichen Zwist zwischen CoD und Battlefield.
Titelbild: ©istock.com – Taras_Olynskyi

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Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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