Gebrauchte Software – zertifizierte Qualität zum kleinen Preis

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Für Unternehmen und Privatpersonen kann es eine große Geldersparnis bedeuten, Software gebraucht zu kaufen. Vielen ist es aber nicht ganz geheuer – vor allem wegen rechtlicher Bedenken.

Gebrauchte Software hat viele Vorteile

An und für sich ist Software das ideale Produkt, um es Secondhand zu erwerben. Im Gegensatz zu physischen Gegenständen hat Software keine Abnutzungserscheinungen und funktioniert genauso wie ein neues Produkt. Die Preise für gebrauchte Software betragen dagegen oft nur einen Bruchteil.

Wenn eine ältere Version gekauft wird, ist es meist möglich, diese auf die aktuellste Version kostenfrei upzugraden. Und auch wenn dies nicht möglich ist: Ältere Versionen erfüllen mehrheitlich ebenso den Zweck. Die meisten Anwender bemerken die Unterschiede nur kaum. Es kann sogar sein, dass die aktuelle Version noch einige Bugs aufweist, während die ältere Variante schon ausgereift ist.

Eine Gefahr ist die funktionelle Obsoleszenz. Arbeitet die Software noch mit dem neuesten Drucker oder der neusten Kamera zusammen? Im Zweifelsfall sollte man nach Informationen auf den Herstellerseiten der Geräte suchen. Beim Großteil der Software, wie z. B. Office-Programmen ist dies in der Regel aber kein Problem

Bei all diesen Vorteilen: Jede Software benötigt auch immer eine dazugehörige Lizenz, was es rechtlich kompliziert machen kann. Und nicht jedes besonders günstige Angebot im Internet ist seriös.

Gebrauchte Software ist legal – mit Einschränkungen

Für Länder der Europäischen Union ist die Situation eindeutig: Secondhand-Software ist legal, solange die Software zuvor gekauft wurde und die Nutzungslizenz zeitlich unbegrenzt ist. Geleaste oder gemietete Software darf als nicht weiterverkauft werden. Die Lizenz der Software muss außerdem für den europäischen Markt bestimmt sein. Ob die Software auf einem Datenträger verfügbar ist oder nur per Download, ist hingegen egal.

Sogenannte OEM-Versionen, also Software, die mit einem neu gekauften Computer im Paket verkauft wird, darf ebenso weiterverkauft werden. Dies betrifft vor allem bereits vorinstallierte Betriebssysteme. Nicht immer zur Freude der Hersteller, die mit teils irreführenden Statements davon abraten möchten. Tatsächlich aber gibt es ein eindeutiges Urteil des Europäischen Gerichtshofes: Es ist legal.

Nicht weiterverkauft werden darf hingegen Software mit Lizenzen für den Bildungsbereich.

Seriöse Anbieter im Internet finden

Obwohl gebrauchte Software prinzipiell legal ist, besteht die Gefahr, im Internet an ein unseriöses Angebot zu geraten. Wer illegale Software benutzt, kann bei einem sogenannten Audit, d. h. einem Überprüfungsverfahren einer Software-Firma, erwischt werden.

Beim Kauf gebrauchter Software sollten folgende Punkte überprüft werden:

  1. Anbieter, die nur den Produkt-Key verkaufen, sind unseriös.
  2. Ein legales Angebot beinhaltet Lizenzkey, Lieferschein & Rechnung.
  3. Die Lizenz muss für den europäischen Raum sein.
  4. Die Lizenz darf nicht zeitlich beschränkt sein.
  5. Verkäufer, die mit Softwarefirmen Kooperationsprogramme haben, sind vertrauenswürdig (z. B. ‚Microsoft Partner‘ oder ‚Adobe Certified Reseller‘).
  6. Allgemeine Tipps für Webshops gelten auch für Gebraucht-Software-Händler. Ein korrektes Impressum ist unerlässlich. Shops, die ein ‚Trusted Shops‘-Siegel haben, sind zu bevorzugen und bieten einen Käuferschutz.
  7. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Anbieter gewählt werden, die ihren Sitz in der Europäischen Union haben.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Volumen-Lizenzen und PKC-Lizenzen. Beide dürfen weiterverkauft werden, aber nur Volumen-Lizenzen bieten ein sogenanntes Zweitnutzungsrecht. Der Kunde kann die Software z. B. sowohl am Desktop als auch Laptop installieren. Bei PKC-Lizenzen ist die Installation nur auf einem Gerät erlaubt.

Gebrauchte Software – günstige Alternative für vorsichtige Käufer

Wer die Geduld aufbringt, im Internet nach Angeboten zu suchen und diese auf ihre Seriosität überprüft, kann mit gebrauchter Software viel Geld sparen. Man sollte nicht vergessen – Software altert nicht. Gebrauchte Software ist nicht nur so gut wie neu, sondern neu wie am ersten Tag.

 

Bildnachweis Titelbild: iStock – NicoElNino

Über den Autor

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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