Unterwasserdrohnen: Der neueste Trend im Netz

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In der Luft fliegen sie schon seit längerer Zeit herum, nun sollen Drohnen auch die Unterwasserwelt erobern. Das Modell „PowerRay“, das ein kalifornischer Hersteller vor kurzem der Öffentlichkeit präsentierte, soll den Nutzer die Unterwasserwelt auf ganz neue Art erleben lassen.

Was eine Unterwasserdrohne leisten kann

Fliegende Drohnen werden neben dem reinen Vergnügen inzwischen zu zahlreichen Gelegenheiten eingesetzt. Sei es zur Rettung von Wanderern und Bergsteigern, zur Überprüfung von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder zu Fotografie- bzw. Filmzwecken, die Fliegerdrohne ist zum hilfreichen Begleiter vieler Privatpersonen und Unternehmen herangewachsen.

Unterwasserdrohnen sollen nun auch Taucher und Angler bei ihrem Hobby unterstützen. Die vorgestellte Drohne „PowerRay“ kann nach Angaben des Entwicklers bis zu 30 Meter tief tauchen, Bilder und Videos in Echtzeit an den Nutzer senden und sogar Fische aufspüren. Mit Hilfe eines eingebauten Blaulichts sollen Fische angelockt werden und dann am Köder anbeißen. Ursprünglich war die Drohne nur für Angler entwickelt worden, um diese beim Fischfang zu unterstützen, inzwischen wollen die Entwickler aber auch Taucher auf ihr Produkt aufmerksam machen.

Hier alle technischen Daten der „PowerRay“ auf einen Blick:

  • 4K-UHD-Kamera mit 100- Grad-Weitwinkelobjektiv
  • MP4-Video mit 30 Bildern pro Sekunde
  • Fotos mit 12 Megapixel Auflösung und bis zu 5 Bildern pro Sekunde
  • 1080P-Echtzeit-Foto und Video-Streaming
  • Unterwasser-Lampe für Foto und Video
  • Wasserfest bis 30 Meter Tauchtiefe
  • Maximale Betriebszeit: 4 Stunden
  • Gewicht: 3,5 Kilogramm

Große Unterstützung für weitere Modelle auf Crowdfunding

Das Interesse für Unterwasserdrohnen scheint durchaus vorhanden zu sein, denn auf Kickstarter, einer Plattform zur Finanzierung von neuen Produktideen, konnte eine Unterwasserdrohne („Open Rov Trident“) ihr Spendenziel in kürzester Zeit um ein Vielfaches überschreiten. Die Drohne kann bereits bestellt werden und verspricht, eine Tauchtiefe von bis zu 100 Metern bewältigen zu können. Nachteil ist, dass das unbemannte Fahrzeug nur über ein Kabel angesteuert werden kann. Eine Funkverbindung wie beim anderen Modell ist hier nicht möglich.

Neben der Steuerung mit einem Smartphone oder Tablet ist bei beiden Modellen auch die Bedienung via VR-Brille möglich. Die Drohnen können durch das Neigen des Kopfes gelenkt werden, was das Unterwassererlebnis laut den Entwicklern auf eine ganz neue Ebene bringen soll. Leider hat der Spaß auch seinen Preis: Beide Drohnen kosten inklusive Versandkosten um die 1500 US-Dollar.

Unterwasserdrohnen werden auch im Militär eingesetzt – und gestohlen

Im Militär finden Unterwasserdrohnen längst großen Anklang und finden dort immer häufiger Verwendung für Forschungs- und Kontrollzwecke. Ein Vorfall sorgte im Dezember 2016 für Aufsehen: Ein chinesisches U-Boot hatte eine Unterwasserdrohne der USA aus dem Meer gezogen und zunächst nicht an die US-Marine zurückgegeben.

Dies zog politische Streitereien nach sich, denn selbst Donald Trump wurde auf den Fall aufmerksam und bezichtigte China dem Diebstahl von militärischem Gerät. Die Situation entwickelte sich zu einer politischen Farce, die das Verhältnis zwischen den USA und China auf eine weitere Belastungsprobe stellte. Letztlich wurde die Drohne wieder an die Marine der USA übergeben.

Wird die Unterwasserdrohne Erfolg haben?

Die Hersteller der neuen Unterwasserdrohnen wollen mit der Drohnentechnologie nun auch Hobbyangler und Taucher ansprechen. Fakt ist: Die neue Technik sorgt im Netz und in der Politik für Aufsehen und weckt das Interesse vieler Menschen. Es bleibt aber abzuwarten, ob der Trend an den Erfolg von herkömmlichen Drohnen anknüpfen kann.
Titelbild: ©istock.com – kanarys

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Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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