5 Signale, einer Social Media Abhängigkeit und was Sie dagegen tun können

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Ein schönes gemütliches Beisammensein, doch das Gegenüber starrt nur in sein Handy? Normale Gespräche können nicht geführt werden, weil das Surfen in Social Media wichtiger ist? Dann zeigt sich hier eventuell ein typischer Fall von Social-Media-Abhängigkeit.

Sucht oder Freizeitbeschäftigung? 5 Signale einer Abhängigkeit

Die Abhängigkeit von sozialen Medien ist ein noch recht junges Problem der heutigen Generation. Doch wie genau äußert sie sich und was bedeutet sie überhaupt?

Abhängigkeit oder Sucht versteht man das zwanghafte Bedürfnis bzw. den unwiderstehlichen Drang nach einem bestimmen Stimulus (Reiz)[1].

Menschen, die den Verdacht haben, süchtig zu sein, können durch folgende Selbsteinschätzung herausfinden, ob sich bereits ein Suchtverhalten zeigt:

  • Betroffene können sich nur schwer vorstellen, einige Zeit ohne Social Media zu verbringen.
  • Ein virtueller Kontakt wird oft dem realen Kontakt bevorzugt.
  • Die Stimmung verändert sich, wenn aufgrund z.B. keiner Internetverbindung bestimmte Social Media Apps nicht genutzt werden können.
  • Social Media ist wichtiger als Hobbys und andere Freizeitaktivitäten.
  • Man spielt den Social Media Konsum vor anderen Menschen herunter.

Wie bei jeder Sucht, versuchen Betroffene alles abzustreiten, da sie ihre eigene Abhängigkeit nicht wahrhaben möchten. Doch wie kommt es überhaupt zu einem Suchtverhalten?

Ich habe mich stets im Griff, warum bin ich trotzdem süchtig?

Social Media kann für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl zur großen Versuchung werden. Die vermeintlich heile Welt in diesen Medien, bringt viele dazu, aus ihrem eigenen Leben flüchten zu wollen und vor ihren Problemen davonzulaufen.

Das Leben der anderen sieht auf Fotos und Beiträgen um so vieles schöner aus, als das eigene. Warum also nicht auch so ein Leben führen?

Doch auch das Thema Aufmerksamkeit spielt hier eine enorme Rolle. Wer postet, bekommt Aufmerksamkeit und Bestätigung durch Likes und Kommentare.

Bleiben Likes und Bestätigung allerdings aus, kann sich schnell depressive Stimmung ausbreiten. Die Sucht entsteht außerdem, wenn dabei Druck aufkommt, regelmäßig Beiträge zu posten, um mehr Aufmerksamkeit und Bestätigung zu bekommen.

Allerdings machen sich soziale Medien auch Algorithmen zum Vorteil. Diese programmieren die gezeigten Inhalte so, dass ein Nutzer deutlich manipuliert werden kann und somit stets den Eindruck einer heilen Welt erhält, obwohl dies vielleicht gar nicht der Fall ist.

Doch wie schaffen es Menschen wieder aus diesem Teufelskreislauf heraus?

Video: Wie uns Social Media abhängig macht | Quarks

Ich bin süchtig – Was nun?

Einer der wichtigsten Schritte gegen die Social Media Abhängigkeit ist, sich jemandem anzuvertrauen. Es ist äußerst schwierig, die eigene Sucht selbst bekämpfen zu können.

Egal ob proffessionelle Hilfe bei der Suchtberatung aufzusuchen oder die eigenen Freunde zu informieren, hauptsache der Betroffene ist mit seinem Problem nicht mehr allein.

Weiterhin hilft es, Klarheit zu schaffen und die Nutzung von Social Media eindeutig zu hinterfragen. Wird das Netzwerk wirklich nur genutzt, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben oder besteht die Angst. etwas zu verpassen? Wenn der wahre Grund herausgefunden wurde, ergibt sich die Lösung oftmals von allein.

Zusätzlich zu den bereits genannten Punkten, ist die visuelle Darstellung von Social Media Apps, beispielsweise auf dem Handy, Laptop oder PC, eine große Versuchung für Süchtige.

Derartige Apps sollten sich also nicht unbedingt auf dem Startbildschirm befinden, sondern eher in anderen Ordnern des Geräts. Je weniger die App gesehen wird, desto geringer wird die Versuchung.

Der drastischste und auch schwierigste Weg ist, Social Media direkt zu löschen oder sich dauerhaft abzumelden. Wo kein Account, da keine Social Media Abhängigkeit. Dieser Schritt ist jedoch für die meisten Abhängigen der schwierigste.

Informiert & bereit, mir selbst und anderen zu helfen

Jeder Mensch kann also versehentlich in die Versuchung geraten, ein Opfer der sozialen Netzwerke zu werden und eine Sucht zu entwickeln. Doch diese Abhängigkeit ist keine unheilbare Krankheit, sondern ihre Folgen und die Sucht allgemein können mit wirkungsvollen Mitteln bekämpft werden. Es gibt außerdem immer jemanden, der seine Social Media Abhängigkeit bekämpfen konnte und sicherlich bereit ist, sein Wissen und seine Vorgehensweise weiterzugeben. Niemand ist mit seiner Sucht allein und jeder sollte die Chance bekommen, seiner Abhängigkeit entgegenwirken zu können.
Titelbild: © iStock – anyaberkut

Quelle: [1] https://flexikon.doccheck.com/de/Sucht

Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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