Telefoninterview: 10 Fragen und wie Sie antworten könnten

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„Was will der Personaler bei einem Telefoninterview wissen?“ – Welche Fragen häufig gestellt werden und wie der Bewerber darauf antworten kann, wird im Folgenden gezeigt.

Fragen zur Person bzw. Persönlichkeit

1. „Stellen Sie sich kurz vor!“

In einem Telefoninterview ist es besonders wichtig, gut vorbereitet zu sein. Auch, wenn es sich dabei um scheinbar leicht zu beantwortende Fragen handelt oder nur um die Vorstellung der eigenen Person geht. Die Antworten sollten vorher genau überlegt sein.
Eine unsichere bzw. zittrige Stimme sollte vermieden werden.
Bei der Selbstpräsentation geht es nicht darum, den ganzen Lebenslauf nochmal durchzugehen. Hier sollten vor allem Abschlüsse, Berufserfahrungen oder Hobbys erwähnt werden, die zur Stelle passen. Für die Stelle eines Dolmetschers kann der Bewerber nochmal erwähnen, dass er fünf Sprachen fließend spricht. Es interessiert den Personaler aber z.B. nicht, dass der Bewerber auch eine Weiterbildung zum Gärtnermeister gemacht hat.

2. „Was sind Ihre Schwächen?“

Zu den Standardfragen gehört auch die Frage „Was sind Ihre Schwächen?“. Es ist wichtig, beim Interview immer ehrlich zu bleiben. Dinge, die nicht erwähnt werden sollen, können weggelassen werden. Das, was aber gesagt wird, muss der Wahrheit entsprechen. Es sollte eine Schwäche, höchstens zwei, genannt und erklärt werden. Die Antwort sollte aber eher knapp ausfallen und nicht zu lang sein.

Schließlich soll der Interviewer mehr über die Stärken als Schwächen des Bewerbers erfahren. Die genannte Schwäche sollte aber nicht zum Nachteil werden. Eine Schwäche könnte z.B. Ungeduld sein. Der Bewerber kann zudem noch kurz andeuten, dass Ungeduld auch etwas Positives bedeuten kann.

Nämlich, dass er ein aktiver und dynamischer Mensch ist, der ständig das Bedürfnis hat, etwas zu tun. Nervosität kann auch als Schwäche genannt werden. Hier kann gesagt werden, dass mit zunehmender (Arbeits-)erfahrung die Nervosität aber weiter abnimmt.

3. „Was sind Ihre Stärken?“

Nenne alle relevanten Stärken auf, die auch später im Beruf weiterhelfen würden. Für den Beruf des Lehrers kann z.B. Empathie, Kommunikationsfähigkeit oder Offenheit genannt werden. Die Stärken sollten mit vergangenen Erfahrungen belegt werden. Beispielsweise zeigt die ehrenamtliche Tätigkeit als Telefonseelsorger, dass der Bewerber tatsächlich ein offener Mensch ist.

4. „Wie gehen Sie mit Stress um?“

Der Personaler möchte wissen, ob der Bewerber mit arbeitsbedingtem Stress umgehen kann. Denn der Stress am Arbeitsplatz kann sich negativ auf die Leistung auswirken. Hier sollte der Bewerber vor allem seine Fähigkeiten im Umgang mit Stress hervorheben. Nenne also eine stressige Situation aus der Vergangenheit, z.B. im alten Job, und erläutere, wie dieses Problem damals gelöst wurde. Auch ein Beispiel aus dem Alltag kann alternativ erläutert werden.

Fragen zu beruflichen Zielen

5. „Was sind Ihre Karriereziele?“

Der Bewerber sollte dem Personaler sagen bzw. zeigen, dass er für die nächsten Jahre im Unternehmen bleiben möchte und seine Zukunft dort plane. Es wird keiner eingestellt, der bei der nächsten Gelegenheit wieder weg ist. Erkläre zudem auch, warum das Unternehmen langfristig eine gute Perspektive bietet.

6. „Warum suchen Sie nach einem neuen Job?“

Mache dem Interviewer deutlich, warum dieser Job die perfekte Stelle ist. Der Bewerber kann sagen, dass ihm im alten Job Teambuilding-Maßnahmen und die Kommunikation zu den Kollegen gefehlt hat. Im neuen Job beim neuen Arbeitgeber wird er diese aber bekommen, was vorher nicht vorhanden war. Die Vorteile im neuen Job sollten deutlich werden.

Fragen zur Stelle und zum Unternehmen

7. „Warum wollen Sie diese Stelle?“

Der Bewerber sollte bei dieser Frage zeigen, dass er sich gut über die Stelle und dem Unternehmen informiert hat. Zum Beispiel ist die besagte Stelle interessant, weil die offene Unternehmenskultur selber zu einem passt oder weil die flache Hierarchie die eigene Zufriedenheit im Job und somit die Arbeitsleistung verbessert.

8. „Was können Sie zu diesem Unternehmen beitragen?“

Der Interviewte sollte betonen, was er für Fähigkeiten, Erfahrungen oder Qualifikationen mitbringt und was er für einen Mehrwert bieten kann. Beispielsweise kann die eigene offene Persönlichkeit oder Empathie eine gute Arbeitsatmosphäre im Büro erzeugen und die Stimmung positiv beeinflussen.

9. „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“

Diese Frage ist sehr eindeutig. Hierzu sollte sich der Bewerber die Unternehmenswebsite genau durchgelesen haben und die wichtigsten Fakten aufzählen können. Es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern z.B. nur in welcher Branche das Unternehmen tätig ist, wie viele Mitarbeiter es hat, was die Unternehmensphilosophie ist oder an welchen Standorten das Unternehmen ihre Mitarbeiter einsetzt.

10. „Haben Sie noch Fragen?“

Bei einem Telefoninterview bzw. Vorstellungsgespräch wird diese Frage immer kommen. Sie sollte immer mit „Ja“ beantwortet werden. Dadurch zeigt der Bewerber, dass er sich Gedanken gemacht hat und über die Stelle alles wissen möchte. Am besten ist es, die offenen Fragen schon mal zu lernen oder sich Fragen auszudenken, die der Bewerber im Telefoninterview stellen möchte.

Vorbereitung ist wichtig, Flexibilität aber auch!

Für das Telefoninterview ist es essenziell sich sehr gut vorzubereiten, da das Augenmerk besonders auf die Antworten bzw. auf das Gesagte gelegt wird. Der Personaler wird nicht durch die Körpersprache des Bewerbers oder durch andere Auffälligkeiten abgelenkt.
Die Vorbereitung der Standardfragen sollte daher selbstverständlich sein. Es ist aber auch wichtig, stets flexibel zu sein und genau zuzuhören. Denn die Fragen des Personalers könnten etwas anders sein als die Standardfragen, die gelernt wurden.
Titelbild: ©iStock – AndreyPopov

Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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