Grafikkarten Battle ATI vs. NVIDIA – Das hat der Markt zu bieten

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Neben dem Prozessor und dem Arbeitsspeicher ist die Grafikkarte der entscheidende Faktor für einen ungetrübten Spielspaß. Die Anforderungen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und erfordern für moderne Spiele eine entsprechend aktuelle Hardware, um flüssige Darstellung bei hohen Details zu erreichen.

Die Spitze bleibt hart umkämpft

Traditionell sind es bereits seit langer Zeit nur zwei Unternehmen, die Grafikkarten der Spitzenklasse zur Verfügung stellen: Auf der einen Seite steht NVIDIA, das mit seinen Produkten häufig Maßstäbe setzt, auf der anderen Seite das 2006 von dem Chiphersteller AMD übernommene ATI, das immer wieder mit einzelnen Grafikkarten und branchenübergreifenden Know-how zu punkten weiß. Beide Hersteller besitzen individuelle Vor- und Nachteile, die in der Szene immer wieder zu intensiven Auseinandersetzungen über die aktuell „beste“ Grafikkarte führt. Technisch betrachtet kommt die derzeit leistungsfähigste Grafikkarte wieder aus dem Lager der ATI-Fraktion: Die Radeon R9 295 X2 erreicht bemerkenswerte 11490 GFlops und liegt damit trotz einer fast 4 GB geringeren Speicherkapazität gegenüber der Geforce GTX Titan Z mit 12 GB bei der reinen Rechengeschwindigkeit in Führung.

Dafür zieht die wie alle Modelle der High-End-Klasse aufbauende Karte auch bis zu 500 Watt Strom bei maximaler Auslastung, während die NVIDIA Serie mit einer Maximallast von 375 Watt oder weniger deutlich sparsamer auftritt.

Leistungsfähige Grafikkarten für anspruchsvolle Anwender

Für die meisten User und auch gelegentliche Gamer reichen jedoch Modelle aus der Mittelklasse vollständig aus. Diese Grafikkarten sind vergleichsweise günstig, bieten aber dennoch eine hohe Performance, die für Spiele in der Regel vollkommen ausreichen. Auch in diesem Segment stellt AMD mit der ATI Radeon R9 380 das Flaggschiff, das mit 3476 GFlops und 108,6 GTexels die folgende Geforce GTX 950 um fast das doppelte übertrifft. Wie in der High-End-Klasse wird aber auch in diesem Fall die hohe Leistung einem deutlich höheren Stromverbrauch geschuldet, der mit 190 Watt gegenüber 90 Watt bei Volllast mehr als das doppelte beträgt. Dies ist ein generelles Merkmal der ATI Serien, die mit Ausnahme von extremen Stromfressern wie der Geforce GTX 560 TI V2 mit 210 Watt besonders leistungsfähige Grafikchips von AMD kennzeichnet. Allerdings leidet die gesamte Geforce GTX 560 Serie unter dem Problem der sehr hohen Leistungsaufnahme, die ein spezielles Merkmal dieser Reihe zu sein scheint.

Low-End Grafik für gelegentliche Spieler

Auch in der untersten Kategorie hält ATI beziehungsweise AMD derzeit die Spitze, zeigt jedoch exakt dieselben Schwächen wie in den anderen Kategorien. Die Radeon R7 370 liefert eine Performance von immer noch beeindruckenden 1997 Gflops, zieht jedoch mit 110 Watt ähnlich wie die nachfolgende Radeon R7 360 mit 100 Watt fast doppelt soviel Energie wie eine Geforce GT 740. Kennzeichnend für Low-End-Karten sind außerdem Speicherkapazitäten zwischen 4 GB und 512 MB – für aktuelle Spiele sind selbst auf niedriger Detailstufe mindestens 2 GB bis 4 GB erforderlich.

Auf dieser Ebene ist ein Umstieg auf eine aktuelle Grafikkarte jedoch selbst für Office-User interessant, da die neuen Modelle mit einem 28-nm-GPU bei durchschnittlicher Auslastung eine deutliche Stromersparung gegenüber alten Versionen erlaubt.

Hohe Performance erhöht den Stromverbrauch

In allen Bereichen halten ATI Grafikkarten die Spitze, benötigen auf der anderen Seite auch entsprechend hohe Energie. Gerade für Mittelklasse und Low-End Systeme kann dies zu Problemen für Netzteile führen, die nur selten auf Belastungen über 500 Watt ausgelegt sind. Für maximale Performance sind derzeit Modelle wie die ATI Radeon R7 und R9 empfehlenswert, eignen sich aber im Gegensatz zu der Geforce primär für Spieler und weniger für Office Anwendungen.

Titelbild: © istock.com – m_a_r_t_i_n

Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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