Anonym Surfen: eBlocker verhindert Tracking & Ads

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Mit dem eBlocker kommt jetzt der Schrecken aller Werbetreibenden auf den Markt. Die komplette Anonymisierung des Onlineverhaltens der Nutzer ist für den kleinen weißen Kasten kein Problem. Am Markt durchsetzen wird er sich wohl trotz seiner vielen Vorteile und Effektivität kaum. Das mag nicht zuletzt auch an den verhältnismäßig hohen Anschaffungskosten liegen.

Kleiner Kasten – große Wirkung

Klein, unauffällig und schick kommt er daher: der eBlocker. Entwickelt von den beiden IT-Experten Christian Bennefeld, zugleich Gründer der Webanalyse-Firma etracker, und Boris Prinz, könnte der weiße Kasten mit orangefarbenem Logo bald zum Albtraum aller Werbenden im Internet werden. Denn der eBlocker hält, was er  verspricht: absolute Privatsphäre, Schutz vor Tracking und Ads sowie einfache Installation und individuelle Regulierung für alle Geräte im Netzwerk.

Wie funktioniert der eBlocker?

Das Gerät wird zwischen Router und Netzwerk geschaltet, ist also extern angeschlossen. Um den Betrieb aufzunehmen braucht die Plug-and-Play-Lösung lediglich Stromzufuhr und einen freien LAN-Steckplatz am Router. Wem ein solches Gerät noch fehlt oder wessen Router bereits veraltet ist, kann beispielsweise mit einem Gutschein von Hardwareversand beim Kauf eines neuen sogar noch Geld sparen.

Für den Käufer entsteht bei der Einrichtung des eBlockers keinerlei Aufwand, denn er konfiguriert sich ohne extra Softwareinstallation ganz automatisch. Nach einer schnellen Registrierung bei Erstinbetriebnahme aktiviert sich das Gerät und leitet zukünftig den gesamten Datenverkehr durch seine (mit oder ohne individuellen Einstellungen versehenen) Schleusen.

Video: Chris Bennefeld at CES erklärt eBlocker

Umfassender Schutz für das gesamte Netzwerk

Die neue Software unterscheidet sich von herkömmlichen Browser-Erweiterungen, die eine Anti-Tracking-Lösung anbieten, nicht nur durch seine einfache Einrichtung und Bedienung, sondern auch durch den Komplettschutz aller Geräte im Netzwerk. Mithilfe von aktivem Blacklisting werden Ads und Datenerfassungsdienste gesammelt, die Listen beständig erweitert und vom Unternehmen und der Community täglich upgedatet, damit allzeit ein umfassender Schutz vor neuen potenziellen „Gefahren“ gewährleistet werden kann.

Verbraucher sind sich des Trackings oftmals unbewusst

Wie oft Nutzer während des Browsens getrackt werden und was für umfangreiche Nutzerprofile mit sehr persönlichen Daten, Vorlieben, politischen Ansichten, Familienstand und Informationen über Bekannte und Freunde angelegt und zu Werbezwecken genutzt werden, ist den meisten gar nicht bewusst. Um die Erstellung solcher Persönlichkeitsprofile zu vermeiden, sichert der eBlocker die Privatsphäre durch die Entfernung von Werbebannern, verhindert die Weitergabe von persönlichen Informationen und verschleiert die IP-Adresse im Netz, sodass der Nutzer nicht mehr identifiziert werden kann.

Schutz der Privatsphäre zahlt sich aus

Wofür Nutzerprofile effektiv genutzt werden, zeigt sich besonders beim Dynamic Pricing. Durch die Ermittlung der Kaufkraft und Präferenzen der potenziellen Kunden wird von Online Shops auf Basis des verwendeten Endgerätes der Preis für ein Produkt entsprechend angepasst. Dieses Vorgehen kann für den Verbraucher nachteilhaft sein und dazu führen, dass er am Ende mehr bezahlen muss.

Der eBlocker wiederum verhindert diese Online-Gefahr und sorgt dafür, dass der Nutzer ohne für den Online-Shop einlesbare persönliche Informationen seine Kaufentscheidungen treffen kann.

eBlocker überzeugt mit Nutzerfreundlichkeit und einfacher Handhabung

Speziell für weniger technikaffine Verbraucher stellt das neue Gerät einen großen Fortschritt dar. Es bietet mehr Sicherheit als andere Software und ist besonders leicht zu handhaben. Die Bedienung bedarf kaum zusätzlicher Erläuterungen, außerdem können für alle im Netzwerk verbundenen Endgeräte individuelle Einstellungen konfiguriert werden. Das kommt besonders Eltern zugute, die ihre Kinder dadurch vor jugendgefährdenden Inhalten schützen können.

Die Privatsphäre schützen: ein teurer Spaß

Einen gewaltigen Haken hat die innovative weiße Box allerdings: der Preis schreckt viele Interessierte ab. Der eBlocker kann im Standard- oder Designgehäuse ab knapp 200 Euro erworben werden. Im „Family“-Paket (d.h. mit Multi-User Support) und dauerhaften Updates steigt der Preis auf das Doppelte. Für viele ist das liegen die Kosten damit jenseits der verkraftbaren Ausgaben für Privatsphäre und Datenschutz im Internet.

Ob der eBlocker Zukunft hat? Ganz bestimmt. Im Moment steht er sich wegen zu hoher Kosten allerdings noch selbst im Weg, denn selbst die Preise für Software-Lizenzen reichen in der Preisspanne von circa 60 bis 240 Euro.

Titelbild: © Screenshot eblocker.com

Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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