Drohnen Führerschein in Deutschland – Was es zu beachten gilt

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Nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Privathaushalten, sind sie immer öfter anzutreffen. Bis Ende 2017 sollen laut Schätzung der Deutschen Flugsicherung bis zu einer Million Exemplare in Deutschland unterwegs sein. Die Rede ist von unbemannten Flugobjekten, den sogenannten Drohnen, für deren Betrieb seit dem 1. Oktober verschärfte Regeln gelten.

Vom Spielzeug bis zum Lebensretter – was Drohnen alles können

Je nach Größe und Ausstattung gibt es ganz unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten für Drohnen. Die nur wenige Zentimeter großen Quadrokopter erfreuen sowohl kleine als auch große Kinder und haben die althergebrachten Modellbauflugzeuge auf der Beliebtheitsskala bereits überholt.

Logistikunternehmen testen den Paketversand per Drohne und Fotografen nutzen sie für Luftaufnahmen. Drohnen kommen zur Landvermessung, Tierzählung, zum Pflanzenschutz und beim Drogenschmuggel zum Einsatz. Die Anwendungsgebiete sind sehr vielfältig, bis kommendes Jahr soll auch der sogenannte Defikopter einsatzbereit sein, ein App-gesteuerter Defibrillator, der koordinatengenau dort landet oder per Fallschirm abgesetzt wird, wo sich die zu rettende Person befindet.

Angesichts der sich häufenden Vorfälle mit Drohnen -die Deutsche Flugsicherung spricht von 64 Zwischenfällen in 2016- war eine Neuregelung des Umgangs mit den populären Fluggeräten überfällig.

Der Drohnen Führerschein für Deutschland: wer-wie-was-wo

    • Wer braucht einen Führerschein? Alle Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind und Drohnen oder Modellflugzeuge mit mehr als zwei Kilogramm Gewicht steigen lassen wollen, benötigen den amtlichen Kenntnisnachweis.
    • Wie kommen Drohnenpiloten zu ihrer Flugberechtigung? Der Drohnen Führerschein wird in Deutschland nach erfolgreicher Prüfung von Stellen ausgestellt, die vom Luftfahrt-Bundesamt dafür autorisiert und zertifiziert sind. Ende September waren es deutschlandweit 18 Stellen, weitere werden folgen.
    • Was wird geprüft? Für den Drohnen Führerschein werden in Deutschland Prüfungsfragen aus den Wissensbereichen Luftrecht, Meteorologie und Flugbetrieb/Navigation gestellt.
    • Was blüht einem Drohnenbesitzer, wenn er seinem Hobby ohne Führerschein frönt? Bußgelder im dreistelligen Bereich.
    • Wo dürfen Drohnen starten bzw. wo nicht? Drohnen dürfen nur in Sichtweite und bis zu einer maximalen Flughöhe von 100 Metern aufsteigen. In bestimmten Zonen sind Drohnenflüge untersagt.

Dazu zählen Einsatzorte von Polizei und Rettungsdiensten, Flughäfen, Kliniken, Vollzugsanstalten, Industrieanlagen, Eisenbahnlinien, Militäranlagen, Katastrophengebiete und Menschenmassen wie z.B. Demonstrationen und Volksfeste.

Weitere Vorschriften, die es zu beachten gilt

Eine ergänzende Vorschrift, die seit dem 1. Oktober in Kraft ist, regelt, dass alle Drohnen, die 250 Gramm und mehr wiegen, mit einer Plakette gekennzeichnet werden müssen. Auf dieser Plakette sind Name und Adresse des Drohneneigentümers vermerkt. Auf diese Art kann im Schadensfall schnell festgestellt werden, wer die Verantwortung zu übernehmen hat.

Drohnen, die mehr als 5 Kilogramm auf die Waage bringen, benötigen zusätzlich eine Starterlaubnis, die von der jeweils zuständigen Landesluftfahrbehörde erteilt wird.
Sowohl für private als auch für gewerbliche Betreiber ist der Abschluss einer Drohnenhaftpflichtversicherung vorgeschrieben.

Da die hohen Kosten bei durch Drohnen verursachten Sach- oder Personenschäden den finanziellen Ruin bedeuten können, liegt die Befolgung dieser Vorschrift im Interesse des Piloten.

Gefährliche Entwicklung: Zahl der Vorfälle um 427 Prozent gestiegen

Glimpflich ausgegangen ist der Landeanflug eines Airbus A320 von British Airways im April des Jahres 2016. Die Maschine kollidierte im Landeanflug mit einer Drohne. Es wurde niemand verletzt und es entstand nur ein geringer Sachschaden.

Dennoch führen derartige Vorfälle drastisch vor Augen, welche Gefahr von unverantwortlichen Drohnenpiloten ausgeht. Waren es im Jahr 2015 laut Angaben der Deutschen Flugsicherung noch 15 bedenkliche Zwischenfälle, wurden im Folgejahr schon 64 Ereignisse registriert.
Hier soll in Deutschland nun der Drohnen-Führerschein Abhilfe schaffen!
Titelild: ©istock.com – golubovy

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Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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