SNES, Mega Drive & Co.: Retro-Konsolen und ihre Kult-Games

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Fragt man einen Gamer nach den wichtigsten Voraussetzungen, die ein gutes Videospiel erfüllen muss, so erhält man in nahezu sämtlichen Fällen eine möglichst realistische, bzw bahnbrechende Grafik als Antwort. Wer in seiner Kindheit hingegen mit einer Retro-Spielekonsole aufgewachsen ist, dürfte ganz andere Ansprüche an ein gutes Videogame haben: Hier spielt in erster Linie ein gut durchdachtes Gameplay eine entscheidende Rolle. Angesichts der derzeit grassierenden Retro-Welle werfen wir einen Blick zurück auf GameBoy, SNES und Mega Drive und erinnern an einige der beliebten Kultgames.

Daddeln unterwegs: Der Nintendo GameBoy sorgt für weltweite Begeisterung

Als der Öffentlichkeit im Jahr 1989 zum ersten mal der GameBoy von Nintendo vorgestellt wurde, löste der 8-Bit-Handheld auch bei jenen Leuten Begeisterungsstürme aus, die dem Spielen von Videospielen bisher abgeneigt waren – konnte man diese doch fortan auch endlich unterwegs genießen. Eines der unangefochtenen Highlights seiner Zeit, welches bis zum heutigen Tage zu den meistverkauften Videospielen aller Zeiten gehört, war hierbei das Puzzlespiel „Tetris“, bei dem der Spieler herabfallende Blöcke so zusammenfügen musste, dass diese in Form von waagrechten Linien von seinem Bildschirm verschwanden – fesselnde Unterhaltung kann so einfach sein. Wer ein wenig mehr Action bevorzugte, konnte sich zusammen mit Nintendos Kultklempner Mario wahlweise in „Super Mario Land“ oder „Donkey Kong“ auf die Suche nach der entführten Prinzessin Toadstool machen, in „Kirbys Dreamland“ steuerte man hingegen den saugstarken Edelknödel Kirby durch ein verzwicktes Abenteuer. Eines der wohl umfangreichsten Adventures für den GameBoy war jedoch zweifelsohne das von nahezu sämtlichen Kritikern in den höchsten Tönen gelobte „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“, in dem der kleine Elfenjunge Link auf der magischen Insel Cocolint aufwacht und sich mit Schwert und Schild gewappnet auf den Weg zum sagenumwobenen Windfisch-Ei macht – über vier Millionen verkaufte Einheiten sprechen definitiv für sich.

Kunterbunte Grafikpracht fürs heimische Wohnzimmer: Der Super Nintendo

Nur ein Jahr nach dem GameBoy veröffentlichte Nintendo nach dem Nintendo Entertainment System seine zweite große Spielekonsole fürs Wohnzimmer, die auf den wenig originellen Namen „Super Nintendo Entertainment System“, kurz SNES, hörte.

Dank der damals noch atemberaubenden 16-Bit-Technologie war erstmals in der Geschichte des Videospielens die Darstellung von dreidimensionalen Elementen möglich, die für ein völlig neuartiges Spieleerlebnis sorgte: Super Mario & Co sahen in ihren Games so gut aus, wie noch nie. Tatsächlich erfreuten sich vor allem die Abenteuer des moppeligen Klempners mit der roten Schirmmütze hoher Beliebtheit auf dem SNES: Neben dem legendären „Super Mario World“ von 1990 war Mario u.a. auch im Sequel „Super Mario World 2 – Yoshis Island“ sowie im packenden Rennspiel „Super Mario Kart“ zu sehen.

Das wohl atemberaubendste SNES-Game aller Zeiten lieferte Nintendo allerdings zweifelsohne mit „The Legend of Zelda – A Link to the Past“ ab: Noch nie zuvor war ein Videospiel derartig umfangreich gestrickt und forderte seinem Spieler so viel Ideenreichtum und Geschick im Umgang mit zahlreichen Ausrüstungsgegenständen ab. In Kombination mit einer mehr als durchdachten Geschichte sowie einem phänomenalen Gameplay entstand somit nicht mehr und nicht weniger als ein Meilenstein der Videospielgeschichte.

Konkurrenz belebt das Geschäft: Sega lockt ältere Games mit Sega Mega Drive

Wenngleich anspruchsvolle Videospiel-Liebhaber in den 90er Jahren kaum an dem Namen Nintendo vorbeikamen, darf man natürlich auch die hinterherschlurfende Konkurrenz nicht außer Acht lassen: Zu den finanziell erfolgreichsten Mitbewerbern zählte hierbei etwa das japanische Unternehmen Sega, welches Nintendo vor allem mit seinem hauseigenen Sega MegaDrive Paroli bot: Wer mit niedlicher Comicgrafik ala Nintendo nicht allzu viel anfangen konnte, kam hier in den Genuss von zahlreichen spannenden Erwachsenentiteln wie „Castlevania“, „Street Fighter 2“ oder „Mortal Kombat 2“.

Angesichts des gigantischen Erfolgs des Nintendo-Urgesteins Mario wollte jedoch auch Sega nicht auf einen niedlichen Jump ’n‘ Run-Helden verzichten, der zugleich als Vorzeige-Maskottchen des Unternehmens dienen sollte: Nach einiger Überlegung entschied man sich für den pfeilschnellen Igel Sonic, der zusammen mit seinem zweischwänzigen Fuchs-Freund Tails fortan durch zahlreiche rasante Abenteuer wie „Sonic the Hedgehog“, „Sonic the Hedgehog 2“ oder „Sonic & Knuckles“ wirbelte. Ironie des Schicksals: Nach der späteren Sega-Pleite im Jahr 2001 gehört der quirlige blaue Igel nun ausgerechnet dem Nintendo-Imperium an und tritt hier sogar ab und an in Kombination mit Super Mario in Erscheinung.

Meilensteine der Videospielgeschichte kostengünstig im Internet ersteigern

Wer das ein oder andere Game aus unserem Retro-Artikel nun am liebsten noch mal durchzocken möchte, ist mit einem Besuch auf führenden deutschen Auktionshäusern in der Regel sehr gut beraten: Hier finden sich oftmals nicht nur zahlreiche klassische Spiele für SNES, GameBoy und Sega Mega Drive, sondern darüber hinaus auch die einzelnen Konsolen selbst wieder. Aber Vorsicht: Um keine unschöne Überraschung zu erleben, sollte man bereits vor dem Kauf darauf achten, ob das jeweilige Spiel auch tatsächlich für europäische Konsolen kompatibel ist – in der Regel kann man dies sehr leicht an der Angabe „PAL“ erkennen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Schwelgen in alten Erinnerungen.

 

Titelbild: © istock.com – LoooZaaa

Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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