LCD? TFT? Worauf ist beim Monitor-Kauf zu achten?

1

Während sich die Preise nach unten bewegen, werden LCD-Computer-Monitore mit fortschreitender Produktionstechnik immer vielseitiger und größer. Um ihre Produkte zu beschreiben und interessant zu machen, verwenden die Hersteller ein Menge Zahlen und Begriffe. Deshalb ist es eine gute Idee, sich vor dem Kauf eines Monitors mit ein paar technischen Einzelheiten vertraut zu machen.

Kommt es auf die Größe an?

Lange vorbei sind die Zeiten, in denen Röhren-Monitore als riesige und stromfressende Kästen den Schreibtisch mit Beschlag belegten. Vor mehr als zehn Jahren wurden die Röhrenkisten in Rente geschickt und durch schicke „Flachmänner“ ersetzt. Die heutigen LCD-Monitore sind nicht nur wesentlich graziler, sie bieten außerdem eine sagenhafte Auflösung. Außerdem gibt sich heute niemand mehr mit einem winzigen 17-Zoll Monitor zufrieden. Aktuelle Größen sind 24 Zoll (ca. 61 cm) Geräte, die bereits recht preisgünstig sind.

Bei dieser Größe lassen sich zwei Bildschirmfenster ohne Probleme nebeneinander platzieren, so dass man zum Beispiel ein Dokument erstellen kann und gleichzeitig seinen E-Mail-Eingang im Blick behält. Wer es gerne noch etwas größer haben möchte, für den stehen Geräte mit Bildschirmdiagonalen von 27 Zoll (ca. 69 cm) bzw. 28 Zoll (ca. 71 cm) zur Auswahl. Wer’s braucht und den nötigen Platz hat, kann sich auch einen 40-Zoll Boliden auf den Tisch stellen.

Auflösung – Wie viele Bildpunkte sind genug?

Während in der Vergangenheit Monitore mit einem Seitenverhältnis von 4:3 gefertigt wurden, haben sich die Geräte heute den Fernsehgeräten angepasst. Am häufigsten werden mittlerweile Bilder in HDTV-Auflösung mit einem Seitenverhältnis von 16:9 wiedergegeben. Es gibt sogar Widescreen-Fernseher und Monitore mit einem Seitenverhältnis von 21:9 zu kaufen, auch wenn diese nicht so sehr verbreitet sind.

Alle LCD-Bildschirme stellen eine bestimmte Anzahl Pixel dar, die als native Auflösung bezeichnet wird. So haben zum Beispiel 24-Zoll Monitore meistens eine Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten (WUXGA = Wide Ultra Extended Graphics Array), ein 27-Zöller maximal 2560 x 1440 Bildpunkte (WQHD = Wide Quad High Definition) oder ein 30-Zöller entweder 3840 x 2160 oder 4096 x 2160 Bildpunkte (Ultra High Definition oder 4K).

Bei einer hohen Auflösung kann es auf kleinen Displays schwierig werden, beim normalen Betrachtungsabstand Text ohne Skalierung zu lesen. Eine 4K-Auflösung setzt außerdem einen flotten Grafikprozessor voraus, denn schließlich müssen pro Bildschirm 8294400 Bildpunkte berechnet werden, viermal mehr als bei Full HD.

Oberfläche – glänzend oder matt?

Programmieren am MonitorDie Beschichtung der Oberfläche ist das letzte, an das die Käufer denken. Auf dem Markt sind zwei Oberflächen-Kategorien erhältlich: glänzend oder matt. Ein Großteil der heute erhältlichen Monitore hat eine Hochglanz-Beschichtung. Das hat den Vorteil, dass Farben besonders bei schlechten Lichtverhältnissen besser dargestellt werden. Nachteil: Bei hellem Licht erzeugen diese Displays Spiegelungen und Reflexionen. Besonders im Büro besitzen Monitore deshalb oft eine Antireflex-Beschichtung, die zwar die Farben etwas dämpfen, dafür aber mit dem hellen Bürolicht deutlich besser zurecht kommen.

Ein Problem bei LCD-Bildschirmen ist außerdem, dass Farben nur unter einem senkrechten Betrachtungswinkel richtig zu erkennen sind, sonst wirkt das Bild verwaschen. Der maximale Betrachtungswinkel beträgt 180 Grad, viele Hersteller versuchen durch technische Tricks diesem Wert nahe zu kommen. Damit eine gute Bildqualität auch sichtbar ist, sollte der Betrachtungswinkel möglichst groß gewählt werden.

Viele Anschlussmöglichkeiten sind Pflicht

Egal, ob 4K-, WUXGA- oder WQHD-Monitor, die Rückseite sollte mit vielfältigen Anschlussmöglichkeiten bestückt sein. VGA-, DVI- und mehrere HDMI-Eingänge sind Pflicht, 4K-Monitore sollten außerdem über einen DisplayPort-Anschluss verfügen. Praktisch sind außerdem einige schnelle USB 3.0-Buchsen zum Anschluss externer Festplatten.

Vor dem Kauf sollten unbedingt die Ausgänge der Grafikkarte überprüft werden, damit diese mit dem Monitor kompatibel sind. Es gibt zwar für alle Anschlüsse Adapter, doch die verursachen nur unnötige Kosten. Ein Display mit Lautsprecher ist besser als ohne, obwohl nicht nur Spiele-Freaks den Ton lieber über eine Anlage oder eine separate Sound-Bar laufen lassen.

Es kommt immer auf den Verwendungszweck an

Den idealen Monitor für alle Einsatzgebiete gibt es leider nicht. Ausschlaggebend ist die benötigte Grafikleistung. Wer zu Hause oder im Büro täglich mehrere Stunden am Computer arbeitet, kommt in der Regel mit einem ergonomischen, in Höhe und Neigung verstellbaren, 24-Zoll- oder 27-Zoll-Monitor gut zurecht. Wichtig sind ein flimmerfreies Bild und ein geringer Stromverbrauch. Für die Bearbeitung von Fotos und Videos sind eine exzellente Farbwiedergabe und eine 4K-Darstellung angebracht. PC-Spieler benötigen außerdem ein Gerät mit schnellen Bildwiederholungsraten, die eine kurze Reaktionszeit ermöglichen.

Titelbild: © istock.com – loops7
Textbild: © istock.com – KeremYucel

Teilen.

Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

1 Kommentar

  1. Natalie Klemer on

    Schöner Artikel!
    Bin auch ein Fan eher größerer Bildschirme, jedoch sollte man bei Bildschirmen, die größer sind, darauf achten, dass die Auflösung je nach Größe auch zu nimmt. Dies ist vor allem bei längerer Arbeit am Computer weniger anstregend für die Augen.

Kommentar hinterlassen