Die Zukunft des Smartphones – Werden Laptops, TV und andere Medien unnötig?

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Ein Video sehen, E-Mails überprüfen,Musik hören, ein Spiel spielen oder eine Zeitung lesen – das alles geht heute problemlos mit einem Smartphone. Über die Hälfte aller Suchanfragen im Internet kommen ebenfalls von einem Telefon. Werden dadurch in Zukunft alle anderen Geräte überflüssig oder ist es nur eine Ergänzung zu anderen Mitteln?

Manche Smartphones besitzen die Leistung eines Computers

Die Grundvoraussetzung für diese Entwicklung liegt in der rapiden Entwicklung der Technologie. Durch die Entwicklung neuer und leistungsstarker Komponenten wie Prozessoren und Speichermedien stellen einige High-End-Smartphones heute eine ähnliche Rechenleistung wie ein Computer. Schnelle Netzwerkzugänge wie WLAN und 4G LTE ermöglichen gleichzeitig eine mobile Vernetzung, die mehr als ausreichend Kapazität für nahezu jede Verwendung im Alltag anbietet.

Zusätzlich erweitern immer neue Schnittstellen beispielsweise für die drahtlose Nahkommunikation zwischen Geräten die Zahl der Anwendungen kontinuierlich. Die Bedingungen haben sich dadurch im Laufe weniger Jahre umgedreht. War ein Smartphone anfangs noch ein Telefon mit Zusatzfunktionen, ist es mittlerweile schon längst ein universelles Gerät, mit dem unter vielem anderen auch telefoniert werden kann. Unternehmen wie Mobile Trend bieten umfassende Unterhaltungsprogramme, um für den Nutzer einen Mehrwert in der Online-Welt zu liefern.

Nur zwei Drittel der Jugendlichen telefonieren regelmäßig

Bei einer Umfrage unter einer repräsentativen Auswahl von Jugendlichen im Jahr 2015 gaben nur noch etwas mehr als zwei Drittel der Befragten an, ihr Smartphone regelmäßig – also mindestens einmal in der Woche – zum Telefonieren zu nutzen. Ebenso viele nutzten es allerdings, um sich Videos aus dem Internet anzusehen. Demgegenüber surften vier von fünf Teilnehmern mit ihrem Handy im Internet, ebenso viele hörten Musik.

Ganz oben auf der Liste stand immerhin noch die Kommunikation über Messenger-Dienste – nur einer von 20 nutzte diese Möglichkeit nicht. Das Entscheidende an dieser Statistik ist jedoch, dass sich in einem gewissen Rahmen auch zukünftige Entwicklungen daran ablesen lassen.

Das gewohnte Verhalten setzt sich in der Regel weitere fort, wobei sich einzelne Schwerpunkte verlagern können und neue – beispielsweise die Navigation – an Bedeutung gewinnen.

Smartphone als Ergänzung oder als ein vollwertiger Ersatz?

Doch auch wenn theoretisch viele Tätigkeiten am Telefon erledigt werden können, bedeutet dies, dass andere Geräte überflüssig werden? Nur mit Einschränkungen, denn noch leidet das Smartphone an einigen Mängeln.

Neben dem kleinen Bildschirm wird beispielsweise fast immer die fehlende Tastatur als einer der Gründe angeführt, warum das Telefon alleine noch nicht ausreicht. Es wird zwar für alle diese Punkte an unterschiedlichen Lösungsansätzen gearbeitet, doch ein Durchbruch ist weder kurz- noch mittelfristig erkennbar. Bislang leiden alle Innovationen an unterschiedlichen Mängeln und zwar dass sie zu

  • teuer,
  • unkomfortabel oder
  • aufwendig sind,

um in die Serienproduktion außerhalb eines exklusiven Kundenkreises zu gehen. Die bislang vielversprechendste ist die erweiterte Realität oder Augmented Reality, bei der Informationen in die Umgebung eingeblendet werden. Sie würde es beispielsweise ermöglichen, Bilder raumfüllend darzustellen oder eine Tastatur auf die Oberfläche eines Tisches zu projizieren. Doch gerade diese Technologie steckt trotz intensiver Forschung und Prototypen wie Datenbrillen noch weitgehend in den Kinderschuhen.

Das Smartphone gilt als mobiler Ersatz

Aus verschiedenen Gründen, allen voran die geringe Bildschirmgröße und fehlender Komfort bei Texteingaben, ist das Smartphone noch lange kein vollständiger Ersatz. Es ist zwar durchaus in der Lage, viele Aufgaben vollständig zu übernehmen. Allerdings leidet die Effizienz unter baubedingten Einschränkungen, für die sich noch keine zufriedenstellende Lösung absehen lässt. Das Handy übernimmt aus diesem Grund bislang die Rolle einer Erweiterung und eines mobilen Ersatzgerätes.

Daran wird sich höchstens langfristig etwas ändern, wenn neue und zuverlässige Verfahren zur Darstellung und zur Bedienung entwickelt wurden. Erst wenn dieser Durchbruch einmal geschafft ist, hat das Smartphone wirklich das Potential, alle Geräte in einer Einheit zu verschmelzen.

Titelbild: ©istock.com – dolphfyn

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Über den Autor

Andreas Schröder

Andreas, demnächst 35 Jahre jung, Genießer, mehr oder weniger sportlich, meine Mutter sagt immer: "er macht irgendwas mit Computern", ohne iPhone gehe ich nicht aus dem Haus.

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